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Online-Begegnungen mit 9 Zeit- und Zweitzeug*innen - 21.06.- 09.07.21

Online-Zeitzeugenprojekt im Bistum Limburg mit Shoah-Überlebenden und Opfern der NS-Diktatur und deren Zeuginnen und Zeugen
Online-Begegnungen mit 9 Zeit- und Zweitzeug*innen - 21.06.- 09.07.21
Online-Begegnungen mit 9 Zeit- und Zweitzeug*innen - 21.06.- 09.07.21
© privat

Erwäget die Jahre vergangener Generationen.

Sefer Dewarim/ Buch Deuteronomium 32,7

Das präsentisch vom 28.6. – 2.7. geplante Zeitzeugenprojekt wird angesichts der Corona-Pandemie nur online stattfinden können. Dafür wurde es um zwei Wochen verlängert.
Zugleich wollen wir die Chancen und Möglichkeiten reiner online-Zeitzeugenbegegnungen nutzen. So haben wir neben dem Maximilian-Kolbe-Werk Freiburg und der Diözese Mainz neue Kooperationspartner dabei. Damit wird es eine größere Vielfalt bei den Zeitzeuginnen geben.
Neben Menschen, die die Grauen von Konzentrationslagern und Ghettos unmittelbar erlebten, werden auch so genannte Zweitzeuginnen und Zweitzeugen dabei sein, die die Zeugnisse von verstorbenen Shoah-Überlebenden und NS-Opfern weitergeben wollen.

Die bislang gemachten Erfahrungen mit online-Zeitzeugenbegegnungen beim Maximilian-Kolbe-Werk oder in der Diözese Mainz sind durchweg gut. Auch hier entstehen Kommunikation und Nähe.

Die Online-Zeitzeugenbegegnungen (i.d.R. per Zoom, teils auch per Teams) werden für verschieden große Gruppen angeboten.
Einige Zeitzeugen werden nur mit einer Schulklasse bzw. mit einer (Lern-)Gruppe von maximal 30 Teilnehmenden ins Gespräch kommen.
Andere Zeitzeuginnen werden auch vor Gruppen mit bis zu 100 Teilnehmenden ihre Geschichte mitteilen.
Zwei polnische Zeitzeuginnen werden simultan gedolmetscht, andere werden auf deutsch ihre Geschichte erzählen. Die Namen der Zeitzeuginnen des Maximilian-Kolbe-Werks stehen noch unter Vorbehalt, jedoch sind die Zeitfenster klar.

Es gibt feste Zeitfenster von Montag bis Freitag am Vormittag, Nachmittag und Abend.

Die Anmeldung zu den einzelnen Tagen der Zeitzeugenbegegnungen findet nur über ein Online-Formular statt. (s.u.)
Pro angemeldeter Klasse nennen die teilnehmenden Schulen drei mögliche Tage/Termine bei der Anmeldung – mit der Option einer Priorisierung von Termin und Zeitzeugin.
Wir versuchen, pro angemeldeter Schule mindestens einmal die erste Priorisierung zu berücksichtigen.
Insgesamt versuchen wir je nach der Zahl der angemeldeten Schulen eine ausgewogene Aufteilung.

Die Bestätigungen zur verbindlichen Anmeldung für einen Tag werden ab 31.Mai per Email an die Schulen bzw. die Einzelteilnehmenden verschickt. Damit wird auch der entsprechende Zoom-Link, bzw. teams-Link verschickt.
Die Schulen schicken spätestens einen Tag vor der Veranstaltung eine Liste der teilnehmenden Schüler*innen (nur Namen), wenn die Klasse nicht im Klassenraum teilnimmt.

Rückfragen können gerne per Email über zeitzeugen@bistumbistumlimburglimburg.de oder telefonisch über die Nummer 0170 – 2840916 (Marc Fachinger, Projekt „Zeitzeugen“) gestellt werden.

Über das Maximilian-Kolbe-Werk (MKW) werden drei Zeitzeuginnen dabei sein; wahrscheinlich Krystyna Budnicka, Anna Janowska-Cioncka und Michaela Vidlakova. Die ersten beiden werden simultan gedolmetscht, Frau Vidlakova spricht deutsch. Hier sind die genauen terminlichen Zuordnungen noch nicht geklärt.
Über die Diözese Mainz wird Henriette Kretz, über die Zeitzeugenbörse Berlin Dr. Klaus Riemer und über die hessische Landeszentrale für politische Bildung Petra Kunik teilnehmen.
Der Verein Zweitzeugen e.V. wird dreistündige Workshops zu Shoah-Überlebenden anbieten.
Hinzu kommen Takis Würger (zu Noah Klieger) und Marc Fachinger (zu Krystyna Kozak).

Krystyna Budnicka (Zeitzeugin Maximilian-Kolbe-Werk [MKW])

am 8. Mai 1932 in Warschau als Hena Kuczer in einer strenggläubigen jüdischen Familie geboren. Zwei ältere Brüder mit ihren Familien werden im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Anfang 1943 versteckte sie sich mit ihren Eltern, ihren Geschwistern und einer Schwägerin in einem selbstgebauten unterirdischen Bunker im Ghetto. Am Ende überlebten nur Hena und ihre Schwägerin.

Anna Janowska –Cioncka (Zeitzeugin MKW)

wurde am 05.05.1936 in Kleinberg (zwischen Breslau und Kattowitz) geboren. Mit ihrer Familie wurde sie 1941/1942 ins Ghetto Rabka (50 km südlich von Krakau) deportiert. Nach der Liquidierung des Ghetto lebte sie im Versteck.

Noah Klieger / Takis Würger

„Ich will, dass Menschen hören oder lesen, was passiert ist.“ sagte der 1925 in Straßburg geborene und 2018 in Tel Aviv gestorbene Noah Klieger. Die Nummer 172345 wurde ihm 1943 in Auschwitz auf den Unterarm tätowiert. Takis Würger hat die „Erinnerungen eines jüdischen Helden“ in einem „bewegenden, erschütternden, wunderbaren Buch“ festgehalten und wird davon erzählen.

Krystyna Kozak / Marc Fachinger

Krystyna Kozak wurde am 31.12.1928 in Grudziądz/Polen (dt. Graudenz) geboren. 1943 zunächst zur Kinderarbeit gezwungen, wurde sie im Sommer 1944 mit ihrer Familie verhaftet und in das Arbeitslager Potulice gebracht. Im Januar 1945 wurde das Lager evakuiert. Krystyna Kozak lebt heute in einem Pflegeheim. Ihre Geschichte hat Marc Fachinger 2020 als Buch herausgegeben. Er wird in ihrem Auftrag ihre Geschichte anhand von Filmaufnahmen, Audioaufnahmen, Fotos und Dokumenten erzählen.

Henriette Kretz

wurde am 26. Oktober 1934 in einer jüdischen Familie in der damals polnischen Stadt Stanisławów (heute Ukraine) geboren. Nach dem Überfall auf Polen im Herbst 1939 floh die jüdische Familie vor den heranrückenden Deutschen. Mehrmals gelang es Henriettes Vater seine Familie vor dem Schlimmsten zu bewahren. Henriettes Eltern wurden vor ihren Augen erschossen. Sie selbst konnte sich in einem Nonnenkloster verstecken und überlebte die Zeit des NS-Terrors.

Petra Kunik

geboren 1945 in Magdeburg als Tochter von Shoah-Überlebenden, aufgewachsen in Frankfurt/M. Als Jüdin der so genannten ‚zweiten Generation’, fühlt sie sich dem liberalem europäischen Judentum zugehörig und wehrt sich gegen eine Holocaust-Opfer-Rolle. Der 1963 in Frankfurt/M beginnende Auschwitz - Prozess mit seinen 180 Verhandlungstagen, in all dem Grauen die Geschichte ihres Volkes als Geschichte des Leidens zu erfassen, brachten sie wie im Trotz zu der unwiderruflichen Erkenntnis: "Ich bin eine lebende jüdische Deutsche" Durch ihre Arbeiten möchte sie mit jüdischem Leben heute in Deutschland bekannt machen und so Brücken der Verständigung schlagen. Mit ihrer Dialogarbeit will sie die Anerkennung für den fremden Anderen wecken.

Dr. Klaus Riemer

geboren 1931 in Berlin, erlebte er dort die "Kristallnacht" in Berlin. Seine Eltern hatten in ihrem Tante-Emma-Laden auch jüdische Kunden. Mit den jüdischen Nachbarskindern Edith und David spielte er. Nach Kriegsbeginn kam er nach Zakopane, wo er sich mit polnischen Kindern anfreundete. Mit knapp 14 Jahren wurde er als "Volkssturmmann" eingezogen. Heranrückende amerikanische Soldaten aus Richtung Dachau zeigten ihm selbst fotografierte Aufnahmen vom Grauen des dortigen KZ.

Dr. Michaela Vidláková, geb. Lauscherova (Zeitzeugin MKW)

am 30.12.1936 in Prag in einer jüdischen Familie geboren. Im Dezember 1942 wird die Familie Lauscher nach Theresienstadt deportiert. Als 6 jähriges Kind kommt Michaela dort zunächst ins Kinderheim, dann schwer krank in das Infektionskrankenhaus. 1944 erlebt sie die „Verschönerungsaktion“ in Theresienstadt und die Rückkehr der Todesmärsche in das Lager.

Zweitzeugen e.V.

ERINNERN OHNE ZEITZEUG*INNEN – ERINNERN MIT ZWEITZEUG*INNEN. ZWEITZEUGEN e.V. erzählt im digitalen 3-stündigen Workshop (mit Pausen) aus der Zeit des Nationalsozialismus und ermöglicht – persönlich und einfühlsam – Lebensgeschichten Holocaust- Überlebender kennenzulernen und diese zu bewahren. Der Verein sensibilisiert (junge) Menschen für Antisemitismus und Rassismus, sie werden ermutigt, die Geschichten als zweite Zeug*innen – Zweitzeug*innen – weiterzugeben, selbst aktiv zu werden und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

An allen Veranstaltungen werden insgesamt ca. 1.500 Schüler*innen und Erwachsene teilnehmen können.
Die Vormittags- und Nachmittagsveranstaltungen sind ausschließlich für Schulen gedacht.
Die Abendveranstaltungen sind vor allem für Erwachsene, aber natürlich auch für einzelne interessierte Schüler*innen gedacht.

An allen Veranstaltungen werden insgesamt ca. 1.500 Schüler*innen und Erwachsene teilnehmen können.
Die Vormittags- und Nachmittagsveranstaltungen sind ausschließlich für Schulen gedacht.
Die Abendveranstaltungen sind vor allem für Erwachsene, aber natürlich auch für einzelne interessierte Schüler*innen gedacht.

Montag, 21.Juni

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Dienstag, 22.Juni

10:00 – 11:30

Petra Kunik

eine Klasse / Lerngruppe

Dienstag, 22.Juni

14:30 – 16:30

Henriette Kretz

(bis 80 Schüler*innen)

Mittwoch, 23. Juni

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Donnerstag, 24.Juni

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Freitag, 25.Juni

10:00 – 13:00

Zweitzeugen e.V.

eine Klasse / Lerngruppe

Freitag, 25.Juni

14:30 – 16:00

Petra Kunik

eine Klasse / Lerngruppe

Montag, 28.Juni

10:00 – 12:00

Henriette Kretz

(bis 80 Schüler*innen)

Montag, 28.Juni

14:30 – 16:00

Krystyna Kozak / Fachinger

eine Klasse / Lerngruppe

Dienstag, 29.Juni

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Mittwoch, 30.Juni

10:00 – 11:30

Klaus Riemer

eine Klasse / Lerngruppe

Mittwoch, 30.Juni

14:30 – 16:00

Petra Kunik

eine Klasse / Lerngruppe

Donnerstag, 1.Juli

10:00 – 13:00

Zweitzeugen e.V.

eine Klasse / Lerngruppe

Freitag, 2.Juli

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Montag, 5. Juli

10:00 – 13:00

Zweitzeugen e.V.

eine Klasse / Lerngruppe

Montag, 5. Juli

10:00 – 11:30

Petra Kunik

eine Klasse / Lerngruppe

Dienstag, 6.Juli

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Mittwoch, 7.Juli

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Mittwoch, 7. Juli

14:30 – 16:00

Noah Klieger /Takis Würger

eine Klasse / Lerngruppe

Donnerstag, 8.Juli

10:00 – 12:00

Henriette Kretz

(bis 80 Schüler*innen)

Donnerstag, 8.Juli

14.30 – 16:00

Petra Kunik

eine Klasse / Lerngruppe

Freitag, 9. Juli

10:00 – 11:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Schüler*innen)

Donnerstag, 24.Juni

19:00 – 20:30

Klaus Riemer

(bis 30 Teilnehmende)

Mittwoch, 30.Juni

19:00 – 20:30

Zeitzeugin des MKW

(bis 100 Teilnehmende)

Donnerstag, 1.Juli

19:00 – 20:30

Petra Kunik

(bis 30 Teilnehmende)

Mittwoch, 7. Juli

19:00 – 20:30

Krystyna Kozak / Fachinger

(bis 30 Teilnehmende)

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Alle Informationen als PDF
Dr. Marc Fachinger
Projekt "Zeitzeugen"
Tel.:Nur Mobil
 (0049)(0)170-2840916

 

Internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Jerusalem: https://www.yadvashem.org/de.html; Direkt zur Zentralen Datenbank der Namen der Holocaustopferhttp://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Das Videoarchiv »Sprechen trotz allem« beinhaltet lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung und wird von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas bereitgestellt und betreut. 

Freie Universität Berlin: Zeugen der Shoah. Lehren und Lernen mit Video-Interviews (http://www.zeugendershoah.de/)

Die Gedenkstätte STILLE HELDEN, Berlin, erinnert an Jüdinnen und Juden, die sich der nationalsozialistischen Verfolgung widersetzt, sowie an jene, die ihnen dabei geholfen haben. http://www.gedenkstaette-stille-helden.de/

Videos von Zeitzeugengeprächen im Bistum Limburg sind auf YouTube abrufbar: https://www.youtube.com/playlist?list=PLFWplr0sfgENcLzEe_5NoQnBzWYaj_iR9

Ebenfalls empfehlenswert: Die Seite Zeitzeugen des Bistums Limburg - u.a. mit Unterrichtsmaterialien im Bereich "Holocaust Education".

 

Wir konnten nicht einmal lächeln. Wir standen nur da und schwiegen. Als ob wir ohne Seele dastehen.

- Giselle Cycowicz, Zeitzeugin, über die Reaktion der Gefangenen auf die Nachricht des Kriegsendes -

 

Anlässlich des Tages der Befreiung hat die Frankfurter Rundschau am 8. Mai ein Gespräch zwischen zwei Zeitzeuginnen, 94 und 88 Jahre alt, veröffentlicht, die zeitgleich in Auschwitz-Birkenau interniert waren und nun ihre Erinnerungen austauschen und abgleichen. Bewegend und berührend. Ein Stück Zeitgeschichte.

 

Empfehlung: In unserer Bibliothek finden Sie auch passende DVDs zum Thema

Zeitzeugen - Wenn nicht jetzt, wann ... Fragt uns, wir sind die Letzten. (Signatur Xa 01) 30 Minuten

Sein Kampf. (Signatur Wx 30) 16 Minuten

Schindlers Liste (Signatur Xa 05) 195 Minuten

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