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Sommerfest mit musikalischem Tiefgang

Sommerfest mit musikalischem Tiefgang
Sommerfest mit musikalischem Tiefgang
© W.Schäfer

Die Temperatur verhielt sich umgekehrt proportional zur guten Laune der Gäste des Sommerfestes: zunehmend kälter auf der Terrasse wurde es mit dem Sonnenuntergang, und so zogen wir weiterhin bestens gelaunt zum zweiten Teil des musikalisch gerahmten Abends hinein ins Haus am Dom. Doch zuvor konnte man allen Annehmlichkeiten eines Sommerabends über den Frankfurter Dächern widmen, immer im Wissen darum, dass am nächsten Tag das Schuljahr zu Ende sein würde. 

Nachdem sich alle an Speisen und Getränken gestärkt hatten, eröffnete der Musiker, Liedermacher und jüdische Kantor mit seiner Gitarre den Liederabend. Und wer ihn schon erlebt hat, weiß, dass es kaum eine Minute dauert, bis alle von seinen Liedern gefangen sind. Durch sein Musikstudium stehen ihm alle musikalischen Fertigkeiten sicher zur Verfügung, so dass sich Daniel Kempin ganz dem Ausdruck und der Gestaltung des Vortrags widmen kann. Jedes Lied hat seine eigene Geschichte, die der auch in jüdischer Theologie ausgebildete Künstler voranstellt. Und dabei kann er mit vielen überraschenden Entdeckungen aufwarten: oder wussten Sie, dass Stalin lange vor der Staatsgründung Israels schon einen eigenen Staat für die jüdische Bevölkerung avisiert hatte? So ging es quer durch die Geschichte bis heute. Da trug der Sänger ein selbstkomponiertes Lied gegen Hass und Fundamentalismus in den Religionen vor und traf damit genau ein drängendes Problem. 

Daniel Kempin singt nicht die Lieder, er lebt sie, wenn er sie vorträgt; egal ob auf jiddisch oder hebräisch. Aber auch englisch und natürlich deutsch sind Sprachen, die er für seine musikalische Gestaltung verwenden kann. 

Aber danach, in der Pause und natürlich ganz zu Beginn: da blieb auch viel Zeit zum Kennenlernen, austauschen und ausblicken - auf die kommenden Wochen, in denen viele einen Urlaub mit ihren Liebsten geplant haben. Wir wünschen allen eine gute Erholung und die eine oder andere Neuentdeckung. 

© W.Schäfer
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