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Fortbildungen für alle Schulformen

Ökumene, interreligiöser Dialog, Inklusion, Religionslehrer*innen-Tage und vieles mehr im Rückblick
Fortbildungen für alle Schulformen
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© klimkin auf Pixabay 

Aus der Praxis für die Praxis - Schulpastorale Mini-Projekte - November 2020

Advent : eine ruhige und besinnliche Zeit? In den Schulen sieht das erfahrungsgemäß oftmals ganz anders aus. Klassenarbeiten stehen an und es gibt vieles zu organisieren und bedenken. Adventsfeiern sorgen mitunter für zusätzlichen Stress. Auch der Alltag in der Familie, der Freizeit und im Freundeskreis ist oftmals von Adventsstress und Geschenkerummel geprägt.

Hinzu kommt im Jahr 2020 die Frage: Wie werden wir in  „Corona-Zeiten“ den Advent erleben? Noch unruhiger? Trauriger? Oder entschleunigter?

Vor diesem Hintergrund lernten die zwölf Teilnehmenden, die sich mit viel Abstand im Haus am Dom trafen und teilweise dankbar waren, eine der wenigen Präsenzveranstaltungen besuchen zu können, viele praktische Anregungen für  kurze Auszeiten im „Schul-Advent“ kennen, die sie - genau wie den Impuls-Text "Der Engel der Langsamkeit" - mit nach Hause und in ihre Schulen nehmen konnten und die dort hoffentlich schon bald zum Einsatz kommen werden.

Die besonderen Herausforderungen, vor denen Religionslehrkräfte derzeit im Schulalltag stehen und auch weiterhin stehen werden, waren natürlich auch Thema in diesem Kreis, weil sie momentan jede*n umtreiben und alle anderen Themen etwas an den Rand zu drängen scheinen.

 

 

 

Resonanzraum Schule - von und mit Prof. Dr. Hartmut Rosa - am 23. Oktober 2020

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© Juergen BauerHartmut Rosa, deutscher Soziologe, geb. 1965 | Hartmut Rosa, German sociologist, born in 1965

"Jeder Lehrende hat schon einmal die Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn es ihm gelingt, die Aufmerksamkeit der Schüler so zu fesseln, dass es ‚knistert‘ im Klassenzimmer, wenn ein Moment des wechselseitigen geistigen Berührens und Berührtwerdens entsteht, in dem es niemandem mehr schwerfällt, dem Unterricht zu folgen oder sich auf den Stoff
zu konzentrieren. Umgekehrt kennt aber auch jeder jene anderen Momente, in denen das Gefühl entsteht, ‚ins Leere zu reden‘: Das eigene Bemühen bleibt ohne Resonanz, ohne Widerhall, es kommt nichts zurück. Lehren und Lernen, so die Leitthese, gelingt dann und dort, wo Schule zu einem Resonanzraum wird – es misslingt (im Extremfall mit den schwerwiegenden Konsequenzen des Schulversagens auf der einen und des Burnout auf der anderen Seite), wo die Interaktionsbeziehungen ‚stumm‘ bleiben."

So steht es in einem Artikel von Prof. Dr. Rosa, der im FORUMSCHULSTIFTUNG erschienen ist. Und darüber - über den Resonanzraum Schule - kam er mit uns am 23. Oktober 2020 ins Gespräch. Fesselnd, gespickt mit anschaulichen Beispielen und viel Resonanz erzeugend legte er die theoretischen Grundlagen seiner Resonanzforschung ebenso dar, wie die Übertragung auf Schule und Pädagogik.

Die Impulsvorträge unserer Fortbildung wurden gestreamt und sind auf Youtube zu finden.

 

Beiträge, Veröffentlichungen, Interviews von und mit Prof. Dr. Hartmut Rosa:

  • Den vollständigen Artikel aus FORUMSCHULSTIFTUNG können Sie hier abrufen.
  • Einen Beitrag zur Thematik, der in vpod bildungspolitik erschienen ist, finden Sie, wenn Sie diesem Link folgen.
  • "Wozu nützt eigentlich Religion, Hartmut Rosa?" Olivia Röllin spricht mit Prof. Dr. Hartmut Rosa über die Bedeutung der Religion, wozu sie nützt und warum sie trotz der Säkularisierung nicht verschwindet, in der Sendung "Sternstunde Religion" des SRF vom 5.1.2020
  • Hartmut Rosa im Juni 2020 im Haus am Dom zu dem Thema "Wie gelingt Leben?" - nachzuhören im Podcast.

 

Literaturempfehlungen - alle Bücher in unserer Bibliothek entleihbar:

  • Resonanzpädagogik - wenn es im Klassenzimmer knistert. Beltz-Verlag, 2016, 144 Seiten. (Päd/Did 02)
  • Resonanz - eine Soziologie der Weltbeziehung. Suhrkamp-Verlag, 2020, 815 Seiten. (Psych 12)
  • Unverfügbarkeit. Suhrkamp-Verlag, 2020, 130 Seiten. (Psych 16)

 

 

Das Potential der Achtsamkeit - Vortragsabend und Workshop im Herbst 2020

© klimkin auf Pixabay 
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Wie kann aus der Kraft der Stille und der Selbstbesinnung heraus Stress abgebaut und Empathie ausgebildet werden?

Dazu sprachen Vera Kaltwasser, Oberstudienrätin, Theaterpädagogin, tätig in der hessischen Lehrer*innenfortbildung und Dr. Ulrich Ott, Psychologe und Neurowissenschaftler an der Universität Gießen, am 22. September 2020 im Haus am Dom.

Dieser öffentliche Vortragsabend bildete zugleich den Auftakt der Lehrer*innenfortbildung „Persönlichkeit und Präsenz“ mit Vera Kaltwasser.

Dr. Ulrich Ott erläuterte anschaulich die wissenschaftliche Seite zum Thema "Achtsamkeit" und gab überraschende Einblicke in die Grundlagenforschung, die in den letzten 10 Jahren erst so richtig Bedeutung erlangt hat. Unter anderem erläuterte er die Auswirkungen meditativer Übungen auf das Gehirn und die Tatsache, dass Achtsamkeit großen Einfluss auf die Regulation der Aufmerksamkeit, das Körperbewusstsein die Emotionen und die Selbstreflexion hat. Seine PowerPoint Präsentation hat Herr Dr. Ott uns freundlicher Weise überlassen und Sie können sie hier abrufen.

»Im Grunde genommen ist Achtsamkeit ein ziemlich einfaches Konzept. Seine Kraft liegt in der praktischen Umsetzung und Anwendung. Achtsamkeit beinhaltet auf eine bestimmte Art und Weise aufmerksam zu sein: bewusst im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu bewerten.«

(Jon Kabat-Zinn – Entwickler des Konzeptes der Mindfulness-Based-Stress-Reduction)

Frau Kaltwasser stellte in ihrem Vortrag unter anderem dar, wie wichtig es ist, junge Menschen grundlegend an das Thema Achtsamkeit heranzuführen und es ihnen nicht überzustülpen. Der Achtsamkeit in der Schule einen Platz einzuräumen kann so gut gelingen. Sich darauf einzulassen wird in der Regel belohnt, weil die investierte Zeit sich in mehrfacher Hinsicht auszahlt: Zum Beispiel, indem die Aufmerksamkeit besser gesteuert werden kann, Stress reguliert werden kann oder sich bei den jungen Menschen auch eine größere Empathie gegenüber den Mitschüler*innen entwickelt.

Der Stream des gesamten Vortrags ist noch auf Youtube abrufbar. Als Podcast können Sie sich den Vortrag nochmals in Ruhe auf iTunes oder Spotify anhören.

 

Literaturempfehlungen:

  • Vera Kaltwasser, Achtsamkeit in der Schule. Stille-Inseln im Unterricht: Entspannung und Konzentration, Weinheim und Basel, Beltz-Verlag 2013 (2. Auflage). Vera Kaltwasser geht in diesem Buch besonders auf den Body-Mind-Link und auf die Bedeutung der engen Verbindung zwischen Körper, Gedanken und Gefühlen für den pädagogischen Kontext ein.
  • Vera Kaltwasser, Praxisbuch Achtsamkeit in der Schule. Selbstregulation und Beziehungsfähigkeit als Basis von Bildung, Weinheim und Basel, Beltz-Verlag 2016. Vera Kaltwasser stellt in diesem Buch die aktuelle Forschungslage zum Potential der Achtsamkeit vor und führt Schritt für Schritt in ihr praxiserprobtes Curriculum AISCHU - »Achtsamkeit in der Schule« - ein. 
  • Vera Kaltwasser, Persönlichkeit und Präsenz , Weinheim und Basel, Beltz-Verlag 2018 (2. Auflage). Dieses Buch richtet sich an Lehrkräfte, die für sich die Haltung der Achtsamkeit entdecken möchten. Vera Kaltwasser erläutert anschaulich die theoretischen Hintergründe aus Psychologie und Hirnforschung und knüpft dabei stets an die Schulwirklichkeit an.
  • Ott, Dr. Ulrich, Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst, Knaur Verlag, 2019 (2. Auflage). In seinem Ratgeber nähert Herr Ott sich Geschichte und Praxis der Meditation von der wissenschaftlichen Seite. Nach einem kurzen Überblick über verschiedene Meditations-Techniken laden einfache Übungen in fünf Schritten dazu ein, eigene Erfahrungen zu machen.
  • Ott, Dr. Ulrich, Gesund durch Atmen, Knaur Verlag, 2018. Die Neurowissenschaftler Ulrich Ott und Janika Epe zeigen, dass eine gezielte und regelmäßige Atem-Praxis nachhaltig das Wohlbefinden fördert. Die Lenkung, Vertiefung und Verlangsamung des Atems führt nachweislich zu einer Beruhigung des Nervensystems und hilft der Psyche, sich zu zentrieren und gleichzeitig zu entspannen. Eine hervorragende Stressprophylaxe!

 

 

 

Visualisierung leicht gemacht - der kreative Flipchart-Workshop im Februar 2020

Im Workshop, der in der Jugendkirche JONA stattfand, wurden von Referent Tim Dreyhaupt ( https://www.actionauten.de/ ) zunächst Basistechniken vermittelt, um wirkungsvoll und schnell Plakate, Flipcharts oder Sketchnotes zu gestalten. Dabei eigneten sich die Teilnehmer*innen, die aus den unterschiedlichsten Bereichen kamen, aber alle begeistert bei der Sache waren, reichlich Handwerkszeug an: von der Stifthaltung bis zur Verwendung von Rahmen und Linien, vom Bebildern bis zur Gestaltung von Text und den Einsatz von Schatten und Farben.

So ausgestattet wagten sich alle an den nächsten Schritt: visuelle Kombinationsmöglichkeiten und Layout-Templates.

Und als krönenden Abschluss erstellte jede*r ein Gesellenstück: ein Gesamtplakat und das eigene kleine Visualisierungs-Wörterbuch.

Ab jetzt nehmen die Inhalte auf Tafel oder Flipchart Gestalt an!

 

 

 

 

 

Wunder gibt es immer wieder?! Perspektivwechsel Inklusion. Biblische Heilungsgeschichten inklusiv gelesen - Ein Studientag im November 2019

© Benjavisa - istockphoto.com

Was ist normal? Welches Menschenbild haben wir? Welche Hoffnungen sind mit den Heilsgeschichten in der Bibel verbunden?

Diese und andere Fragen wurden im Rahmen des Studientages in Hofheim, eine Kooperation mehrerer Relpäd-Ämter, diskutiert.

Blinde sehen, Lahme gehen, Taube hören: Von solchen wunderbaren Heilungen berichtet die Bibel. Aber wie lesen sich diese Geschichten aus der Sicht von Menschen, die selbst mit einer Beeinträchtigung leben? Und wie können sie in einem Religionsunterricht vermittelt werden, der sich als inklusiv versteht? Mit diesen Fragen hat sich am Mittwoch, 13. November, ein Religionspädagogischer Studientag im Exerzitienhaus in Hofheim beschäftigt, der mit seinem Titel – „Perspektivwechsel“ – schon einen Teil der Antwort vorwegnahm. Dass es, wenn von Inklusion die Rede ist, immer auch um Auffassungen von Normalität und um das eigene Menschenbild geht, machte am Vormittag Prof. Markus Schiefer Ferrari, Professor für katholische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Koblenz-Landau, in seinem Vortrag deutlich.

Inklusion als große Chance für alle

Der Mensch ist zerbrechlich, fragil und alles andere als perfekt, das gehört zu seinem Menschsein dazu: Unter diese Grundannahme stellte der Theologe sein Plädoyer für eine inklusive Lektüre biblischer Heilungsgeschichten. Die Absage an Perfektibilitätsvorstellungen orientiere sich dabei nicht nur an den Interessen einer spezifischen Gruppe – der von Menschen mit Behinderung -, sondern an einer für die Gesamtgesellschaft relevanten Perspektive, sagte er. Auf die "große Chance", die in der Auseinandersetzung mit Inklusion liege, hatte zu Beginn bereits Studienleiterin Susanne Beul-Ring vom Amt für katholische Religionspädagogik Frankfurt hingewiesen und der Vorstellung widersprochen, das Ganze sei ein Modethema. Es gehe um veränderte Sichtweisen und die Frage, "was normal ist". In diesem Sinne müsse der Begriff "Inklusion" aufgebrochen und neu gedacht werden.

Menschen nicht auf Merkmale reduzieren

Heilungserzählungen „disabilitykritisch“ zu verstehen und zu interpretieren, bedeute gerade nicht, wie Schiefer Ferrari klarstellte, von der Lebenswelt einer diskriminierten Gruppe auszugehen und die Texte für sie zu erschließen. Dies würde nur erneut zur weiteren Zementierung problematischer Unterscheidungskriterien wie „behindert und nichtbehindert“ führen. Seine Mahnung, dass Menschen grundsätzlich nicht auf ein oder mehrere Differenz-Merkmale reduziert werden sollten, verband der Professor mit einer deutlichen Empfehlung für den Religionsunterricht. Übungen, bei denen sich die Schüler mit verbundenen Augen oder gekrümmt durch den Klassenraum bewegten – eine bis heute offenbar beliebte Methode der „Einfühlung“ -, bedienen nach seiner Auffassung ungewollt eine solche Reduzierung und damit eine Mitleidshaltung, die zu weiteren Ausgrenzungen führe.

Gott ist im Leben nahe

„Wie oft sind auch wir blind für andere!“ Auch solchen – nach seinen Worten „metaphorisierenden“ – Auslegungen erteilte der katholische Theologe eine deutliche Absage. Sie setzten Heilung und Heil gleich und verharmlosten die tatsächlichen Erfahrungen von Menschen mit Beeinträchtigung. Einfache Rezepte, wie ein inklusiver Unterricht stattdessen aussehen könnte, hatte der Referent nach eigenem Bekunden zwar nicht im Gepäck, aber doch deutliche Leitlinien. So sollten Schüler und Schülerinnen in der Begegnung mit Heilungsgeschichten nicht einen allmächtigen Gott kennen lernen, der alle Behinderungen und Grenzen beseitigt, sondern einem gegenwärtigen Gott begegnen, „der begleitet und im Leben nahe ist.“ Bei den Heilungsgeschichten stünden nicht etwaige "Zauberkräfte“ von Jesus im Fokus, sondern seine Hinwendung zu Menschen, vor allem zu den ausgegrenzten.

Teilgabe statt Teilhabe

Dass Inklusion keine Einbahnstraße ist, unterstrich im gemeinsamen Austausch Christof Müller. Der Studienrat, der blind ist und am Nachmittag aus seiner Perspektive in einem der Workshops über Schwierigkeiten und Zugänge zu den Heilsgeschichten sprach, unterrichtet an der Main-Taunus-Schule in Hofheim. Für seine Arbeit sei es eine Grundvoraussetzung, sich in die sehende Welt hinein zu denken. Das sei auch umgekehrt ansatzweise möglich, so sein Plädoyer für „mehr Durchlässigkeit“. Es gehe bei Inklusion nicht nur um Teilhabe, sondern auch um Teilgabe, sagte Pfarrer Christian Enke, Gehörlosenseelsorger im Bistum Limburg. Schließlich hätten alle Menschen etwas, das sie mitbringen würden, zum Beispiel auch in ihrer Spiritualität, in der Weise, „wie sie Gottes gute Schöpfung wahrnehmen.“

Ist der Himmel barrierefrei

Nachdenklich machten an diesem Tag nicht zuletzt die eindrücklichen Zitate von Menschen mit  Beeinträchtigung, die Professor Schiefer Ferrari aus dem Grundsatz heraus „Nicht über uns, sondern mit uns“ vortrug. Unter anderen ließ er auf diese Weise die amerikanische Professorin und Rollstuhlfahrerin Julia Watts Belser zu Wort kommen, für die Behinderung ein Teil ihrer Identität ist: „…wenn es einen Himmel gibt, dann würde es mich sehr enttäuschen, wenn der Himmel nicht barrierefrei wäre. Ich wäre enttäuscht, wenn es keine Rollstuhlfahrer und -fahrerinnen im Himmel gäbe, wenn ‚Springen wie ein Hirsch‘ eine Bedingung zum Eintritt wäre.“

 

Auch das theologische Feuilleton feinschwarz.net beschäftigt sich mit Inklusion. Der dritte Teil der Reihe ist "Eine Einladung zur gestörten Lektüre."

 

 

 

 

Mit Erklärvideo und Spiel zum tieferen Sinn - Ökumenischer ReligionslehrerInnentag im Frühjahr 2019

Frankfurter Religionslehrer beschäftigten sich mit dem Vaterunser.

Man kann es einfach so runterleiern, das Vaterunser. Man kann aber auch mit pädagogischen Mitteln neue Zugänge erarbeiten.

Ein Brot, der Vater im Himmel, die Erde, Menschen, die einander vergeben, mit einfachen Strichen auf ein Blatt Papier gemalt, dazu ein Tisch und eine Handykamera: Fertig ist das Erklärvideo zum Vaterunser. Der evangelische Pfarrer Lutz Neumeier aus Lich zeigt die einfache, aber wirkungsvolle Methode, Sachverhalte für Schüler filmisch darzustellen und weist damit den Religionspädagogen im Publikum ganz neue Wege, Inhalte kindgerecht und mit angesagten Medien zu vermitteln.

Dies war Inhalt eines der Workshops beim 6. Frankfurter Religionslehrer*innentag im Haus am Dom.

Andere Gruppen näherten sich dem Vaterunser mit Methoden aus dem Darstellenden Spiel: Unter Einsatz von Stimme, Körper und Requisiten suchten sie neue Ausdrucksweisen für den altbekannten Text, gaben dabei den Worten ungewöhnliche Bedeutung und können so ihren Sinn ganz neu erschließen.

Wieder andere bekamen theologische Impulse, konkrete Ideen und besondere Materialien, um das Gebet Jesu in Bezug zum Judentum zu setzen und damit Oberstufenschülern neue Wege zu eröffnen. Wer in Grund- und Förderschulen Religion unterrichtet, lernte neue kreative Zugänge, die sich eher für jüngere Kinder eignen.

„Harmlos und fromm? Das Vaterunser“ war der Tag für die evangelischen und katholischen Religionslehrer*innen aller Schulformen am Dienstag, 2. April 2019, überschrieben. Schon der Eingangsvortrag des Neutestamentlers Prof. Thomas Söding von der Ruhr-Universität Bochum zeigte den rund 50 Teilnehmern, dass das christliche Hauptgebet keineswegs so nichtssagend und langweilig sein muss, wie es manchmal im automatischen Abspulen der altbekannten Worte erscheinen mag. Unter der Überschrift "Das Vaterunser: Motor und Kompass des Glaubens" verwies er auf die Schaltstelle, die das Vaterunser zwischen Judentum und Christentum einnimmt.

Für die Religionslehrer erschloss er eine Möglichkeit, den bekannten Text als fremden Text zu lesen und seine Provokationen und Herausforderungen so neu zu entdecken.

„Wir wollen mit diesem Tag eine theologische Reise durch die Sprach- und Bildwelt des Vaterunsers anbieten“, erläutert Horst Quirmbach, Leiter des Amtes für katholische Religionspädagogik in Frankfurt, den Grund für die Themenwahl. In Zeiten, in denen Kinder nicht mehr automatisch mit dem Text dieses zentralen Gebets vertraut seien, müssten neue Zugänge und altersgerechte Umsetzungsmöglichkeiten für Schulen und Gemeinden erarbeitet werden. Die Erklärvideos von Lutz Neumeier etwa weisen den Weg.

Zum Erklärvideo:

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Veranstaltungsreihe "Religionspädagogische Gespräche zwischen Juden, Christen und Muslimen"

"JHWH-Gott-Allah" als Thema des Religionsunterrichts hieß eine Tagung  im Februar 2019, die sich damit beschäftigte, worin sich die monotheistischen Religionen unterscheiden und was die jeweiligen Gottesvorstellungen verbindet. Und natürlich stand auch die Frage, wie man das Thema im Religionsunterricht vermittelt, im Fokus.

Judentum, Christentum und Islam gelten gemeinhin als die monotheistischen Religionen – und unterscheiden sich doch gerade darin, was sie von »Gott« zu sagen wissen und wie sie von »Gott« erzählen, wie sie mit »Gott« reden und was sie über ihn denken. Das schlägt sich nicht zuletzt im Religionsunterricht nieder. Hier gehört »Gott« ohne jeden Zweifel zu den Schlüsselthemen in allen Schularten. Und mehr als das: JHWH/Gott/Allah ist zugleich Grund und hermeneutischer Horizont des Religionsunterrichts.

Vor diesem Hintergrund wollte die Tagung, die unter der Leitung von Dr. Anke Kaloudis, Studienleiterin RPI. im Religionspädagogisches Institut der EKHN u. EKWH  stattfand, Einblick gewähren in das Reden von Gott in der je eigenen Tradition, die Perspektive der Anderen wahrnehmen, didaktisch-methodische Anregungen über Religionsgrenzen hinweg weitergeben.

Sie war die 10. Veranstaltung der fortlaufenden Reihe: Religionspädagogische Gespräche zwischen Christen, Juden und Muslimen.   

Als Referent*innen waren anwesend:

Prof. Dr. Bernd Schröder (Uni Göttingen);

Prof. Dr. Harry Harun Behr (Uni Frankfurt);

Prof. Dr. Daniel Krochmalnik (School of Jewish Theology der Universität Potsdam)

Prof. Dr. Katja Boehme  (Pädagogische Hochschule Heidelberg)

Hier können Sie den Flyer zur Veranstaltungsreihe herunterladen:

 

 

 

Umgang mit Tod und Trauer in der Schule - Eine Fortbildung im Herbst 2018

Der „Trauerkoffer“ bildet eine wertvolle Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer in der Schule. “. In ihm findet sich Material, um der Trauer um ein Klassen- oder Schulmitglied Raum zu geben und sich in unterschiedlichen Ritualen mit dem Thema Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Er bietet inhaltliche Anregung für eine gelungene Trauerarbeit.

Religionslehrer*innen aller Schulformen waren angesprochen, sich mit der Thematik der Trauerbewältigung in der Schule auseinanderzusetzen und den Einsatz des Trauerkoffers im Religionsunterricht einzuüben.

Für den akuten Fall ist der Trauerkoffer im Amt für katholische Religionspädagogik ausleihbar.

 

 

 

Kirche und Schule - im Dialog für die Zukunft - Tag der Religionspädagogik 2018

Wie wichtig den Religionslehrerinnen und Religionslehrern der persönliche Kontakt mit ihrem Bischof ist, konnte Bischof Dr. Georg Bätzing am vergangenen Dienstag, dem Tag der Religionspädagogik, erleben. Über 230 in Schule und religiöser Bildung Engagierte waren in die Stadthalle nach Limburg gekommen, um dort in einen lebendigen Austausch zu treten. Das ganz auf Dialog und Austausch angelegte Format des Tages erklärte der Dezernent Andreas von Erdmann in seiner Begrüßungsansprache so: „Das ist die große Chance eines Dialogs. Vielleicht wächst im Zwischen, das als eigene Qualität aus dem Gespräch von ich und du entsteht, ein Neues, eine Tiefendimension unserer Wirklichkeit.“

In einem Interview stellten sich Bischof Georg und Prof. Dr. Bernd Trocholepczy den Fragen der Moderatoren Christiane Krüger-Blum und Thorsten Klug. Dabei wurde schnell deutlich, dass sowohl der universitäre Blickwinkel des Dekans als auch der pastorale des Bischofs in einem wichtigen Punkt übereinstimmen: Die Veränderung der Sozialgestalt der Kirche lasse klare Chancen erkennen und dies nicht zuletzt für den Religionsunterricht. In der Pfarrei neuen Typs stelle sich auch die Frage nach den Kontaktflächen zwischen Schule und Pfarrei noch einmal neu: „Diese Kontaktflächen zu entdecken und zu gestalten, ist eine echte Herausforderung und deswegen sind mir die Religionslehrerinnen und Religionslehrer so wichtig.“, betonte der Bischof.

Dass dieser Wille zur Gestaltung bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr lebendig ist, zeigte sich anschließend an den Tischen des World-Cafés. An 18 unterschiedlichen Thementischen konnten die Lehrerinnen und Lehrer Ideen entwickeln und das zur Sprache bringen, was ihnen verbesserungswürdig erscheint.

„Für uns Verantwortliche im Dezernat Schule und Bildung geht es nun darum, die hervorragenden Ergebnisse des Tages so weiter zu entwickeln, dass daraus ein echter Mehrwert für Religionsunterricht und Kirche entsteht. Das sind wir den engagierten Kolleginnen und Kollegen in den Schulen und Kitas schuldig.“, so der Abteilungsleiter Franz-Josef Straßner.

... und deswegen sind mir die Religionslehrerinnen und Religionslehrer so wichtig.

Tag der Religionspädagogik 2018

 

 

 

"Mia san mia!?" - Identitätsbildung und religiöse Abgrenzung - Religionslehrer*innen-Tag 2017

Wie wurde ich der (religiöse) Mensch, der ich bin? Und was trage ich als Religionslehrer*n dazu bei, dass meine Schüler*innen zu starken Persönlichkeiten werden?

Auch mit einer ausgeprägten Religiösität, die Orientierung und Halt gibt? Und einer Haltung, die zu respektvollem und kritischen Dialog befähigt, der ein Kernelement einer demokratischen und (religions-) freien Gesellschaft ist?

Frau Prof. Konz von der Universität Dortmund wie Frau Saba-Nur Cheema von der Bildungsstätte Anne-Frank gaben dazu interessante Impulse am Vormittag des Religionslehrer*innen-Tages.

Nachmittags beschäftigten wir uns in sieben verschiedenen Arbeitskreisen, die zur Wahl standen, eingehender mit dem Thema.

Vom Umgang mit Radikalisierung über die Führung theologischer Gespräche aus einer interreligiösen Perspektive bis zum Filmworkshop zum Thema Identitätsbildung mit der Fragestellung nach der Entwicklung der religiösen Persönlichkeit. 

Ein anregender Tag, dem wir gedanklich noch lange nachgehen sollten.

 

 

 

Tag der Religionspädagogik in Limburg. Barmherzigkeit - Dimensionen einer christlichen Grundhaltung - September 2017

Das katholische "Weltthema" Barmherzigkeit stand 2017 im Mittelpunkt des jährlichen ReligionslehrerInnen-Tages. Nach einer Einführung ins Thema durch Prof. Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ (Zum Gotterbarmen: Neutestamentliche Perspektiven zur Barmherzigkeit) und einem Podiumsgespräch wurden nachmittags interessante Arbeitskreise angeboten. 

 

 

 

 

 

Das Fremde als Quelle religiöser Erfahrung - Ökumenischer Studientag im Februar 2017

Um das Eigene und das Fremde geht es nicht nur am Beginn der Geschichte Gottes mit seinem Volk, es setzt sich fort über das Leben Jesu bis zu uns heute - einer Zeit, in der  Populisten nicht genug gegen "die Anderen" anschreien können. Tatsächlich, so die Referentin Fr. Dr. Theuer, haben wir schon im Alten Testament ein sehr differenziertes Bild wahrzunehmen. Neben sehr markanten Beispielen, an denen das Alte Testament zeigt, wie einer der Stammväter, nämlich Josef und seine Famile, selbst in Ägypten positiv integriert wurden (aus seiner Ehe mit der Tochter des Sonnengott-Priesters gingen mit Mannasse und Ephraim zwei weitere Stammesgründer hervor), lassen sich auch Gegentendenzen nach der Rückkehr der Exiljuden aus der babylonischen Gefangenschaft entdecken. Ihr Wirken, wie es in den Büchern Esra und Nehemia nachzulesen ist, zielt aufgrund der traumatischen Erfahrung von Zerstörung und Verschleppung eher auf Abgrenzung und Ausschluss. Fr. Dr. Theuer zeigte mit ihrer gründlichen exegetischen Expertise, wie solche Tendenzen literarisch immer wieder unterlaufen werden und führte dafür das Buch Rut an. Auch bei Jesus setzt sich diese Bewegung, nämlich die Grenzen auf den Anderen immer wieder zu überschreiten, fort. Dazu untersuchten die Teilnehmer unter Anleitung der Referentin die Begegnung Jesu mit der Syrophönizierin (Mt 15,21). Am Nachmittag wurde die Arbeit fortgesetzt, mit unterschiedlichen Methoden, von Erzählfiguren, Godly Play bis zu Standbildern - widmeten sich die Lehrerinnen und Lehrer unter Anleitung von Fr. Dr. Theuer, Fr. Hofmann-Driesch weiteren biblischen Geschichten. Eine Gruppe folgte Herrn Dinkelaker in das BibelErlebnisMuseum und beschäftigte sich dort mit der Umwelt Jesu - einer unruhigen, gewalttätigen Zeit, in der die Frage nach dem, was Identität ausmacht und wie sie sich in der Auseinandersetzung mit der Geschichte entwickelt besonders virulent war. Sich für das Fremde zu öffnen, sich dabei verändern zu lassen - aber auch, dem Gegenüber Veränderung abzuverlangen: das war schließlich eine Schlüsselfrage für die Zukunft dieser kleinen überschaubaren jüdischen Sekte um ihren Anführer, Rabbi und Wunderheiler Jesus.

 

 

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